Timm Eitmann - Frauenarzt

Ihr Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtsthilfe in Delmenhorst

Oldenburger Straße 25
27753 Delmenhorst

Sprechzeiten: Mo, Di, Do: 7:30-13:00 Uhr und 15:00 - 18:00 Uhr | Mi 7:30 - 13:00 Uhr | Fr 7:30 - 14:00 Uhr

Verhütung

Die Möglichkeiten der Schwangerschaftsverhütung sind mittlerweile sehr vielseitig. Die nachstehenden Informationen bieten lediglich einen kurzen Einblick in nur Einige der etablierten Kontrazeptionsmethoden. Wir empfehlen, in einem persönlichen Gespräch die individuellen Gegebenheiten zu erörtern und gemeinsam die richtige Lösung für Sie zu finden.

Wichtig: Alle die unten aufgezählten Verhütungsmethoden schützen zwar zuverlässig vor einer ungewollten Schwangerschaft, jedoch nicht vor sexuell übertragbaren Krankheiten wie HIV, HPV, Chlamydien und Weitere!!! Das Risiko einer Ansteckung kann durch zusätzlich angewendete Kondome gesenkt werden. 

Die Pille

Der wichtigste Wirkungsmechanismus der Pille ist die Unterdrückung des Eisprungs (Ovulation). Daneben hat die Pille noch zwei weitere Funktionen, die einer Empfängnis entgegenwirken. Sie hemmt die Entwicklung und den Aufbau der Gebärmutterschleimhaut, sodass die Einnistung einer befruchteten Eizelle wesentlich erschwert wird. Der Gestagengehalt in der Pille bewirkt zusätzlich, dass der Schleimpfropf im Gebärmutterhals seine zähe Beschaffenheit behält und für Spermien schwer durchdringlich ist. Bei den meisten Pillen folgt nach 21-tägiger Einnahme eine 7-tägige Pillenpause, die ein Absinken des Hormonspiegels verursacht und zur sogenannten Abbruchblutung (Periode) führt. Häufig kommt es in dieser Pillenpause zu Kopfschmerzen, weshalb die Betroffenen die Möglichkeit des Wechsel auf eine hormonkonstante Methode mit uns besprechen sollten. Je nach Zusammensetzung der Pille können verschiedenste Nebenwirkungen  und Risiken auftreten, unter Anderem Stimmungsschwankungen, Gewichtszunahme und ein erhöhtes Thromboserisiko. Bei Kinderwunsch ist es zu beachten, dass viele Frauen nach Absetzen der Pille Hormonstörungen haben, da der Zyklus eine Weile braucht bis er sich ohne die zusätzlichen Hormone der Pille wieder eingependelt hat. Viele Frauen möchten auch nach dem Absetzen der Pille erst einmal ein paar Monate mit dem Kinderwunsch warten, damit ihr Hormonhaushalt sich regeneriert. Theoretisch ist es dennoch möglich auch direkt nach dem Absetzen der Pille schwanger zu werden, das ist bei jeder Frau unterschiedlich. 

Die Mini-Pille

Die Minipille beinhaltet nur ein Gestagenhormon, Sie ist also östrogenfrei. Sie wirkt vor allem über eine Verfestigung des Schleims am Gebärmutterhals und einen mangelhaften Aufbau der Schleimhaut in der Gebärmutter. Sie verhindert nicht regelhaft den Eisprung. Sie muss daher jeden Tag ohne Pause und exakt zur gleichen Uhrzeit genommen werden. Bei den meisten Minipillen ist bereits bei einer verspäteten Einnahme von mehr als zwei Stunden kein sicherer Schutz mehr gewährleistet. Die neue Minipille mit dem Wirkstoff Desogestrel gilt als sicherer. Die Minipille ist empfohlen für Frauen, die stillen, und bei Frauen, die keine Östrogene einnehmen dürfen oder wollen. Die häufigste Nebenwirkung sind Zwischenblutungen. Zu beachten ist auch ein höheres Risiko für eine Venenthrombose/ Embolie. Eine Weiterentwicklung stellt die Pille mit natürlichem Östrogen dar. Hier wird der Eisprung über den Anteil des Gestagen gehemmt und mit dem Zusatz des natürlichen Östrogens sollen Blutungsstörungen verhindert werden. Die Pille danach – Notfallverhütung Nur für den Notfall und nicht als regelmäßig anzuwendende Methode stehen im Wesentlichen zwei Präparate zur Verfügung. Bei dem einen Präparat wird ein Gestagen (Levonorgestrel) in hoher Dosis bis spätestens 72 Stunden (besser innerhalb von 12 Stunden) nach ungeschütztem Verkehr eingenommen. Das Hormon bewirkt eine Unterdrückung oder Verzögerung des Eisprungs. Bei dem anderen Medikament, das seit 2009 auf dem Markt ist, Ulipristalacetat, wird ebenfalls der Eisprung gestört und wahrscheinlich auch der Aufbau der Gebärmutterschleimhaut beeinträchtigt. Die neue Pille danach kann bis zu fünf Tagen nach ungeschütztem Verkehr eingenommen werden. Tritt die Periode nicht innerhalb von 3 Wochen nach Einnahme ein oder ist deutlich schwächer, sollte sofort ein Schwangerschaftstest durchgeführt werden. Bis zu fünf Tagen nach ungeschütztem Verkehr kann auch eine Kupfer-Spirale eingelegt werden. Diese muss dann mindestens bis zur nächsten Periode liegen bleiben.

Scheidenring und Evra-Pflaster

Diese Methoden enthalten – ähnlich der Pille – Östrogene und Gestagene, die kontinuierlich abgegeben werden. Wie bei der Pille wird der Eisprung verhindert; der Gebärmutterhalsschleim bleibt zäh und erschwert das Durchdringen von Spermien. Der Ring wird von der Frau selbst eingeführt und drei Wochen in der Scheide belassen. Nach Ablauf der drei Wochen wird der Scheidenring wieder entfernt, worauf eine ‚ringfreie‘ Woche folgt, in der die Regelblutung eintritt. Nach 7 Tagen wird ein neuer Verhütungsring eingeführt. Das Pflaster ‚Evra‘ wird 3 Wochen lang wöchentlich gewechselt, dann folgt eine ‚pflasterfreie-Woche‘.

Die Spirale / IUP (Intrauterin Pessar)

Das IUP wird meist während der Periode in die Gebärmutter eingelegt. Vor der Einlage eines IUP erfolgt eine Untersuchung, um die Größe und Lage der Gebärmutter zu bestimmen. Die korrekte Lage der Spirale wird mittels Ultraschall überprüft. Der Empfängnisschutz besteht sofort nach Einlage. Nach der ersten Menstruation und mindestens in halbjährlichen Abständen sollten regelmäßige Lage-Kontrolluntersuchungen stattfinden. Wir verwenden zwei IUP-Methoden: Multiload ® (Kupferspirale) und Mirena ® (Hormonspirale)

Kupfer- oder Goldspirale

Der Schaft dieses IUP’s ist mit einem feinen Draht aus reinem Kupfer umwickelt. Am Schaft befindet sich ein flexibler Kunststofffaden. Dieser Faden dient zur Kontrolle der Anwesenheit des IUP’s und zu seiner Entfernung bei Kinderwunsch bzw. Austausch nach Ablauf der Liegezeit. Eine Schwangerschaft ist nach der Entfernung sofort möglich. Es werden ständig sehr geringe Mengen an Kupferionen freigesetzt, die die Spermien in ihrer Beweglichkeit beeinträchtigen und die Befruchtung der Eizelle verhindern sollen. Kommt es doch zur Befruchtung der Eizelle, wird diese daran gehindert, sich in die Gebärmutterschleimhaut einzunisten. Häufige Nebenwirkungen sind Ausfluss, sowie Stärkere und schmerzhaftere Perioden.

Hormonspirale

Die Hormonspirale (oft auch Verhütungsschirmchen genannt), hat meist die Form eines T und ist aus flexiblem Kunststoff. Sie wird direkt in die Gebärmutter eingesetzt und kann dort 3-5 Jahre bleiben. Hierbei wird ständig eine geringe Hormonmenge (Gestagen) abgegeben, welche die Gebärmutterschleimhaut und den Gebärmutterhalsschleim beeinflusst. Der Aufbau der Gebärmutterschleimhaut wird derart vermindert, dass mit einer geringeren Blutungsstärke bei der Periode zu rechnen ist. Dieser Effekt kann sogar dazu führen, dass keine Menstruationsblutung mehr erfolgt. Sollte vereinzelt ein Spermium doch die Eizelle befruchten, kann diese sich nicht in die Gebärmutter einnisten. Die Hormonspirale verhindert also nicht den Eisprung. Dies ist reversibel das bedeutet, dass es nach Entfernung des IUP’s wieder zur Periodenblutung kommt. Nebenwirkungen der Hormonspirale können seltene Monatsblutung, Schmerzen im Becken, Kopfschmerzen und Bauchschmerzen, Gewichtsveränderung und Akne sein. 

 

 

Verhütungsstäbchen

Das Verhütungsstäbchen arbeitet mit der regelmäßigen Freisetzung von Gestagenen (also östrogenfrei). Das Stäbchen wird direkt unter die Haut in den Oberarm eingesetzt und kann dort 3 Jahre verbleiben. Nach diesem Zeitraum bietet es keinen zuverlässigen Schutz mehr und muss ausgewechselt werden. Die häufigste Nebenwirkung sind Zwischenblutungen bzw. unregelmäßige Blutungen oder das Ausbleiben der Regel. Nach dem Entfernen des Implantats ist die Fruchtbarkeit schnell wieder hergestellt.

3-Monats Spritze

Die Dreimonatsspritze gilt als "Ausnahmemittel", dass heißt sie wird nur in sehr bestimmten Fällen von Ärzten verschrieben. Wie das Hormonstäbchen arbeitet sie mit der regelmäßigen Freisetzung von Gestagenen (also östrogenfrei). Sie hat aber eine deutlich höhere Gestagendosis als das Stäbchen. Das Hormon wird hierbei - wie der Name schon vermuten lässt - alle drei Monate in den Gesäßmuskel injiziert. Die offizielle Regelung lautet: Die Depotspritze eignet sich nur für Frauen, die andere Verhütungsmethoden nicht vertragen oder keine Verhütungspillen anwenden können, etwa wegen einer chronischen Magen Darm Erkrankung. Nach Absetzen der Dreimontagsspritze kann es bis zu einem Jahr dauern, bis sich der Zyklus wieder normalisiert hat.